W.O. von Horn

(Pseudonym für Friedrich  Wilhelm Philipp Oertel)
Geboren am 15.08. 1798 in Horn bei Simmern (Hunsrück), gestorben am 14.10. 1867 in Wiesbaden.
Evangelischer Pfarrer,  Volks- und Jugendschriftsteller.
Der Sohn eines protestantischen Pfarrers und späteren Koblenzer Superintendenten. studierte Theologie in Heidelberg 1815 bis 1819. War Pfarrverwalter, dann Pfarrer (ab 1822) in Manubach, schließlich Pfarrer und Superintendent in Sobernheim/Nahe (1835 bis 1863). Er gab von 1845 bis 1870 den Volkskalender „Die Spinnstube“ heraus, von 1853 bis 1868 die 77-bändige „Hornsche Volks- und Jugendbibliothek“. .

Geschichten rund um Kloster Maria Laach

W.O. von Horn: Der Rhein, seine Geschichten und Sagen,

Eltville 1978 (= Faksimile-Nachdruck der Originalausgabe von 1881; zuerst erschienen 1867)

Oertels Ziel ist ein Reisehandbuch, das „die Geschichte der Städte, Burgen, Abteilen und Klöster des Rheines“ nicht bloß kurz behandelt und das auch den Sagenschatz mitberücksichtigt. Einfach, unterhaltsam und ohne jeden Fußnotenballast möchte Oertel die Ergebnisse jahrelanger Forschungen und Materialsammlung  darlegen. Von den über 50 Reisestationen ist eifelbezogen vor allem der Abschnitt „Kloster Laach und der Laacher See, Neuwied gegenüber“ von Interesse. Einer einfühlsamen Ortsschilderung folgt ein kurzer geschichtlicher Abriss von der Gründung über die Blütezeit bis zu Zeiten des Niedergangs. Immer verwoben mit volkstümlichen Erzählungen und Sagen. Sie führen teilweise in die Frühzeit der Klostergeschichte, als die Abtei noch nicht errichtet war und nur ein kleines Kloster auf einer Felseninsel inmitten des Sees stand.
Kritisiert werden die Verweltlichung des Lebenswandels und der zunehmende Reichtum. Für Oertel war der Laacher See wohl ein Ort von besonderer poetischer Anziehungskraft: „Ueber den See, das Kloster und die verschwundene Pfalzgrafenburg gehen der Sagen mancherlei im Munde des Volkes. Das geheimnißvolle Walten der Naturkräfte, die hier dem Beschauer entgegentreten, die wundersame, das Gemüth ergreifende Stille, die hier herrscht, und ein gewisses ahnungs- und schauervolles Wesen, das über der Gegend ruht, ist so recht eigentlich die Wiege der Sage“, schreibt er einleitend zu seiner kleinen Sagensammlung vom Laacher See.

Weitere Werke: Friedel. Roman (1846), Lehrgeld (1850), Gesammelte Erzählungen (1850-1852), Des alten Schmieds Jakob Geschichten (1852), Hand in Hand (1852), Rheinische Dorfgeschichten (4 Bände, 1854), Der Herr ist mein Schild (um 1860).