Peter Kremer

Geboren 14.10. 1901 in Kaisersesch, gestorben 2.5. 1989 in Kaisersesch.
Volkstümlicher katholischer Eifelschriftsteller (Erzählungen, Gedichte).
Abitur in Cochem. Sollte zuerst Volksschullehrer werden. Neben dem Besuch des Lehrerseminars Wittlich besuchte er an der Universität Bonn Vorlesungen und Seminare in den Fächern Germanistik und Geschichte. Legte 1927 in Koblenz das Staatsexamen für das Lehramt an Gymnasien ab.  Unterrichtete  an Gymnasien in Wittlich und, nach 1945, in Bernkastel. Pensionierung 1966. Mitherausgeber des Volksfreund-Kalenders Trier 1953 bis 1957 und des Trierer „Paulinuskalenders“ von 1967 bis 1989. Schilderte seit den 1920er Jahren das katholisch geprägte Dorfleben in der Eifel, die ernsten wie die heiteren Seiten – in einer Fülle von Erzählungen, Geschichten, Skizzen, Anekdoten und Schwänken. Er galt viele Jahrzehnte als „der Dichter der Eifel“. Erhielt 1965 den Eifel-Literaturpreis des Eifelvereins.

 

Das lachende Eifeldorf. Schnurren und Schwänke. Wittlich 1939 (2. Auflage 1940; Neuauflage 1990).

Eifeler Käuze und Originale, pfiffig und dickschädelig

Kremers wohl populärstes Werk enthält über 70 „Schnurren und Schwänke“ und Schwänke. Nicht zuletzt über seltsame Käuze, Schalke und Originale. Kremer erzählt von der Dickschädeligkeit, Pfiffigkeit, Geschäftstüchtigkeit, Trinkfestigkeit oder zähen Beharrlichkeit der Eifelbauern. Er lässt allerdings bei allem Spott und Spaß keinen Zweifel, wie entbehrungsreich und hart das Leben der Eifelbauern über Jahrhunderte gewesen ist. Stark vertreten sind die Monschauer, Dahnener und Wiesbauerm mit ihren schildbürgerähnlichen Narrenstreichen. Was Dahnen für die Westeifel, ist Wiesbaum für die Vulkaneifel („Schilda der Eifel“). Breiten Raum erhalten auch Till Eulenspiegels Schelmenreisen durch die Eifel, atmosphärisch dicht und pointiert erzählt.  Bis in paradiesische Vorzeit reichen die Geschichten zeitlich hinab, geschichtlich bis zu den Eoberungsfahrten von Christoph Kolumbus. Der begegnet, ohne es zu ahnen, bei seinem ersten Landgang einem Händler aus Speicher. Dessen Aufforderung an seinen Diener: „Schang, breng meng Schohn: dä  Sunn schengt schung sching!“ verleitet Kolumbus zur irrigen Ansicht, er habe China entdeckt. In Wirklichkeit hatte der Mann aus Speicher gerufen: „Jean, bring meine Schuhe: die Sonne scheint schon schön!“ Ansonsten sind die Schnurren und Schwänke, soweit historisch näher bestimmt, in der Zeit der 1848er-Revolution, der Jahrhundertwende und des 1. Weltkriegs angesiedelt. Sprichworte und Brauchtum finden ausgiebig Eingang in Kremers lustige Schnurrenwelt.


Weitere Werke: Von Wein und Liebe an der lachenden Mosel (1936), Fahrt ins Blaue. Erzählungen (1937), Von Liebesglut und Liebesnot am deutschen Strom (1938).

In Kürze folgt: Der Gang zur Mette, 1936.