Michael Horbach

Geboren am 13.12. 1924 in Aachen, gestorben am 01.11. 1986 in Marseille.
Journalist und Schriftsteller.
War Soldat an der Ostfront. Arbeitete nach 1945 zunächst als Journalist, ab Mitte der 1950er Jahre als Romanautor.  Schrieb über 30 Romane, die als Trivialliteratur gelten. Sie wurden in über 20 Sprachen übersetzt. Die Gesamtauflage seiner Werke betrug Mitte der 1980er Jahre mehr als vier Millionen Exemplare. 1958 heiratete er die Journalistin Ursula Schaake, die unter dem Namen „Alexandra Cordes“ zur erfolgreichen Romanautorin aufstieg. Horbach tötete am 27. Oktober 1986 seine Ehefrau mit einem Revolver aus seiner Waffensammlung und beging anschließend Selbstmord.

Schlüsselerlebnis eines investigativen Journalisten in der Nordeifel

Gestern war der jüngste Tag

Roman, München 1960 (Neuauflage 1981). „Im Anfang habe ich geglaubt. Ich habe gehofft, wir alle glaubten, daß alles anders würde. Aber es ist nichts anders geworden. Zuviel ist geblieben, wie es war. Sie haben uns damals belogen, und sie betrügen uns heute.“ Desillusioniert rechnet Herbert Grotius, schwerverwundeter Korrespondent einer amerikanischen Nachrichtenagentur in Bonn, in der Mitte der 1950er Jahre mit Korruption und Restauration in der jungen Bundesrepublik ab. Seine Presserecherchen führen Grotius von Bonn zuweilen auch in die Eifel. Auf einem Friedhof trifft er dort einen Mann, der aus verminten Eifelwäldern 1200 Soldaten geholt hat. „In der Senne beginnen die ersten Herbstübungen des Bundeswehr und hier liegen noch Tote der alten Wehrmacht unbegraben.“, denkt Grotius verbittert. In die Nordeifel, an Heimbach und Kloster Mariawald vorbei nach Schmidt lockt man den kritischen Journalisten. Dort sollen im Hinterzimmer der Gastwirtschaft Kommer Funktionäre einer verbotenen rechtsradikalen Partei zusammenkommen. Als Grotius eintrifft, wird er als „Journalistenschwein“ verprügelt. Gerade nach diesem Schlüsselerlebnis in der Eifel beschließt Grotius, nicht länger nur Zuschauer zu sein, sondern aktiv an einer Veränderung mitzuarbeiten. Etwas müsse der Mensch tun, „selbst wenn es sinnlos scheint, selbst wenn man alles verloren glaubt, selbst wenn wir resignieren möchten. Wir müssen es tun, um Menschen zu bleiben“, lautet die Schlussbotschaft des Romans.

Weitere Werke: Die verratenen Söhne (1957), Bevor die Nacht begann (1960), Wenige. Zeugnisse der Menschlichkeit 1933 bis 1945 (1964), Nächstes Jahr in Jerusalem. Der Kampf um das gelobte Land. Roman (1973), Die Kanzlerreise (1974), Allah ist groß (1977), Hitlers Tochter (1984), Agentenroulett (1986).