Mario Adorf

Geboren am 8. September 1930 in Zürich.
Theater- und Filmschauspieler, Schriftsteller. Lebt in St. Tropez, bis vor kurzem auch in München und in Rom.

Der Mäusetöter. Unrühmliche Geschichten.

Köln 1992.

Weltstar Mario Adorf – aufgewachsen auf vulkanischer Eifelerde

Eifelorte: Mayen, Monreal, Kürrenberg

Seine Entstehung verdankt dieses Buch auch der 700-Jahrfeier Mayens 1991. „Im Juli dieses Jahres ließ ich mich anläßlich der 700-Jahrfeier meiner Heimatstadt Mayen in der Eifel zu einem Auftritt überreden. Zu diesem Zweck hatte ich mich aus Furcht vor einem Steckenbleiben beim freien Vortrag zum erstenmal gezwungen, oft Erzähltes oder frisch Erinnertes aufzuschreiben. Danach wurde ich verschiedentlich ermuntert oder gar gedrängt, die dort gelesenen Geschichten in Buchform zu bringen. Ich sträubte mich lange. Eines Tages lernte ich einen großen Kollegen kennen. Er hatte schon vor Jahren seine Lebenserinnerungen veröffentlicht und riet mir, mein  Buch doch zu schreiben. Das sei schon insofern praktisch, als man dann von Freunden und Kollegen nicht immer gedrängt werde, seine Geschichten zum besten zu geben.“ Was Adorf schrieb, ist noch nicht seine Biographie, aber es sind doch Bausteine dazu. Erinnerungen an Kindheit und Jugend in der Eifel während der Nazizeit, an die Hunger- du Lehrjahre nach dem Krieg und an die Karriere als Schauspieler. „Meist kleine Episoden, Ereignisse und Begegnungen am Rande, die mir aber etwas bedeuten“, so Adorf. Nicht unbedingt wahrheitsgetreu in allen Details, aber immer unterhaltsam. Eine kurzweilige biographische Plauderei. Bis zum Ur-ur-ur-Großvater Jacob Adorf, Dorfschullehrer in Kürrenberg, verfolgt Adorf die urkundliche belegte Familiengeschichte zurück. Das Kapitel „Zugvögel“, in dem er den Ursprüngen des familiären Wandertriebes nachspürt, endet mit der Geburt Marios in Zürich und mit der Fahrt von Mutter Alice und Sohn Mario nach Mayen zur Weihnachtszeit.  Als „Christkindchen“ stellt die Mutter ihren „Bankert“ dort vor. Während die Mutter in Mayen als Näherin ihr Brot verdient, ist der kleine Mario bei „Tante Lotzen“ untergebracht oder im Marienhaus der Borromäerinnen. Mit Tante Lotzens Mann, einem Steinhauer, erkundet er oft das Basaltgrubenfeld „die Ley“. Es folgen: Hindenburgs Tod, Kriegsvorbereitungen, Abtransport von Juden auf Lastkraftwagen, erfolglose Aufnahmeprüfung für die „Napola“ im Mai 1941, Kreisparteitag der NSDAP in Monreal (Mai 1943), Melderdienste für die Ortskommandantur Mayen, verwegene Fahrradfahrten zu verschiedenen Truppenteilen, Eroberung Mayens durch die Amerikaner. Immer mehr rückt die Zeitgeschichte und hier vor allem die Nazizeit in den Blickpunkt der Erinnerungen. Nicht weniger „die Hungerjahre der Nachkriegszeit“, mit Hamstern und Schulboxen in Mayen und mit dem Studienbeginn in Mainz. Auch dort bleibt er seiner Boxleidenschaft treu. Bevor er Mainz verlässt, um in Zürich weiter zu studieren, unternimmt er seine „jährliche Reise nach Italien“. Damit lässt er die Eifel und  Rheinland-Pfalz als biographische Schauplätze hinter sich. 

Weitere Werke: Der Dieb von Trastevere. Geschichten aus Italien (1994), Der Fenstersturz und andere merkwürdigen Geschichten (1996),  Der römische Schneeball. Wahre und erfundene Geschichten (2000), Der Fotograf von San Marco. Die italienischen Erzählungen (2004),  Himmel und Erde. Unordentliche Erinnerungen (2004), Mit einer Nadel bloß.  Über meine Mutter (2005), Bilder meines Lebens (2005).