Marianne Junghans

Geboren am 15.05. 1923 in Krefeld. Todestag ist unbekannt.
Lebte in Tönisvorst bei Krefeld und in Niederhersdorf bei Prüm. Autorin von Gedichten und Erzählungen sowie Herausgeberin von Lyrik- und Prosaanthologien. Verschiedene Lyrikpreise, u.a. 1978 Förderpreis für Lyrik der Stadt Osnabrück.


ABER NOCH ZÄHLT DAS LICHT.

Eifelbilder, Göttingen 1990.
Die Naturschönheit der Eifel und immer auch ihre Gefährdung werden in den schlichten Gedichten gepriesen oder mahnend beschworen. Da schreibt jemand, der sich gar nicht satt sehen, satt riechen und satt hören kann an der Natur in der Vielfalt ihrer Formen, Farben, Dürfte und Laute. Eine Natur gerät in den Blick, die in Momenten zumindestens heile Welt vorzutäuschen vermag. Akelei und Schlehenbusch, Waldvögelein und Bärenlauch, Ginster und Holunderbusch: vor allem Blumen und Sträucher sind im stimmungsvollen Wechsel der Jahreszeiten einfühlsam erfasst. Da faszinieren winterliche Stille und Erstarrung in der Natur ebenso wie sommerliche Blütenpracht und herbstliches Vergehen. Wachsen und Wuchern, Leuchten und Blühen, Streben nach Sonne und Licht: Vitale Lebenskraft und Optimismus beherrschen die Gedichte noch da, wo von Sturm, Kahlschlag und Vernichtung die Redeist. Und Schwermut und stille Andacht, wo die Eruptivkraft der Natur erloschen ist („Totenmaar“) oder wo die Natur zum Ort frommer Gottesverehrung geworden ist („Maria Laach“). Die Natur ist ein Spiegel seelischer Befindlichkeit ebenso wie ein Spiegel göttlicher Herrlichkeit. So schön sie ist, so gefährdet ist sie: „Daß uns die Erde erhalten bleibe“ - mit diesem Bittgebet schließt Marianne Junghans ihre Sammlung poetischer Eifelbilder.

Weitere Werke: Wacht auf. Gedichte (1965), Kreuzweg des Herrn. Sonettenkranz (1965), Man nennt mich Lassie. Erzählung (1967), Doch du in allen Dingen (1970), Lampions am Brückenbogen (1975, ,Station Vita (1976), Aus den Gebirgen der Schwermut ins große Crescendo. Kleine Auswahl aus Gedichten (1977), Muscheltraum und Sterngesang. Neusurrealistische Gedichte (1978), Hinter dem Glasberg. Variationen zu alten Märchen (1982), Da steht der Gänsedieb. Geschichten einer Kindheit (1983), Wahr-Nehmungen. Lyrik und Prosa (1986), Wie der Same des Löwenzahns (1987), Immer mehr Blüten (1990), Ausschlag meiner Wünschelrute. Gedichte 1963-1993 (1993), Gedichte. Auswahl (1994), Rosarium. Gedichte zu den Geheimnissen des Rosenkranzes (1997), Welch‘ wunderbare Welt. Geschichten von Diamanten (1999).