Josef Janssen

Lehrer, Heimatschriftsteller. Unterricht von 1923 bis 1933 als Studienrat am Realprogymnasium in Schleiden, ab 1933 an der Alfred-Krupp-Schule in Essen.

Eifelhumor als Gottesgabe

Eifeler Humor.

Schleiden 1929.
Um eifeltypischen Humor der „kleinen Menschen mit all den großen und kleinen Leidenschaften“, um den Humor im schlichten Eifeler Alltag geht es Josef Janssen in seiner Sammlung. Der Humor sei dem Eifeler in die Wiege gelegt worden, als „Gottesgabe“.  Und er könne ihn auch gut gebrauchen: „Armut, Not und Entsagung sind seine täglichen und vertrauten Gefährten. Wie dunkle Gespenster begleiten diese Gestalten den Eifelbewohner von der Wiege bis zur Bahre. Kärglich ist der Ertrag des Eifeler Bodens, armselig die Lebensbedingungen, unter den moosbedeckten Strohdächtern der Eifelhütten waren Hunger und Not heimisch. Nur eine Pflanze wächst und gedeiht, blüht und wuchert, schießt üppig ins Kraut und bringt hundertfältige Frucht. Das ist die köstliche und würzige Pflanze Humor.“ Bei jung und alt seien „Humor, Schalkhaftigkeit, Witzemachen, Streichespielen“ in der Eifel beliebt. Sichtbar nicht nur im Fastnachtsbrauchtum, sondern auch bei den witzigen Dorforiginalen in den Ortsneckereien oder in den Sprüchen, Schwänken und Anekdoten. Selten schriftlich niedergelegt und selten auch vor Fremden oder Städtern zum Besten gegeben. Denn der Eifeler „fühlt sich befangen, weil er Jahrhunderte von der Welt abgeschlossen war, weil er Jahrhunderte der Herrenlaune kleiner und kleinster Dynastien ausgesetzt war. Ist er nicht selbst noch in der Gegenwart der Verulkung und Vertölpelung von Stadt- und „Kultur“menschen ausgesetzt?“ Bei aller Lust an Spott, Witz und Neckerei verstehe der Eifeler  wenig Spaß, wenn über ihn gespottet werde. Eifeltypischen Humor zu finden in einer Zeit, in der die Massenpresse „Uniformierung“ begünstigt, ist auch für Josef Janssen schwierig. Und so mancher Streich der Schildbürger und von Till Eulenspiegel ist längst schon in die Eifel übertragen worden, vor allem in die Eifelorte Dahnen, Daleiden, Nattenheim, Dollendorf, Wiesbaum, Wittlich, Monschau, Kalterherberg und Heimbach. Meist greift Janssen zurück auf Artikel und Anzeigen im „Schleidener Wochenblatt“, im „Schleidener Kreisblatt“, im „Schleidener Unterhaltungsblatt und Anzeiger“ und geht dabei bis in die erste Hälfte des 19. Jahrhunderts zurück. Eine kurzweilige Lektüre ist gesichert. Sie soll beweisen, „daß das Eifeler Volk einen wahrhaft goldenen Humor und einen gesunden Mutterwitz besitzt“.

Weiteres Werk: Das mittelalterliche Schleiden. Geschichte der Stadt und der Burg (1927), Hundert Jahre Kreis Schleiden 1829 – 1929. Geschichte seiner Kultur und  Wirtschaft (1929).