Johann Baptist Wendelin Heydinger

Geboren 20.10. 1825 in Rodder bei Adenau, gestorben 25.2. 1907 in Schleidweiler bei Trier.
Katholischer Theologe und Heimatforscher.  Nach dem Studium der Theologie 1849 Priesterweihe. Anschließend u.a. 1850 Kaplan in Adenau, 1853 in Esch (Kreis Bernkastel-Wittlich), 1856 in Koxhausen bei Neuerburg (1856) und 1864 in Schleidweiler.

Die Eiffel. Geschichte, Sage, Landschaft und Volksleben im Spiegel deutscher Dichtung. Koblenz 1853.

Ein früher Sagensammler der Eifel – ein poetischer Wanderführer durch die Eifel, geordnet nach Flüssen und Bächen

In einer Krisen- und Umbruchszeit volkstümlichen Erzählens entschloss sich Kaplan Heydinger Kaplan Heydinger in Adenau, Eifelsagen zu sammeln und zu veröffentlichen. Sein Anliegen war, das Erzählgut der Eifel dem drohenden Vergessen zu entreißen, nicht zuletzt für die heimische Jugend. Während das Interesse im Volk nachließ, stieg es in der Wissenschaft. So wurde Heydinger auch durch die zeitgenössische Aufwertung der Volkspoesie in der Wissenschaft ermuntert. Der „deutschen Sagenwissenschaft“ wolle er einen Dienst leisen, erklärt er im Vorwort der Sammlung. Heydingers Sagensammlung versteht sich als „poetischer Führer“ durch die Eifel. Geordnet ist sie nach Flüssen und Bächen der Eifel, in 20 Abteilungen. Die Sagen werden durchweg in Gedichtform wiedergegeben. Teils hat Heydinger sie vorgefunden und übernommen, teils gab er den Auftrag zur dichterischen Bearbeitung noch unfertiger Stoffe. Wegen der unterschiedlichen dichterischen Qualität der Sagengedichte nannte er sein Werk  lediglich eine „Stoffsammlung für Dichter“. Immerhin: auch historisch bedeutsame Persönlichkeiten wir Jakob Burckhardt, Adalbert von Chamisso, Guido Görres, Nikolaus Hocker, Gottfried Kinkel, Wolfgang Müller von Königswinter, Karl Simrock und Friedrich Schlegel sind als prominente Autoren zu finden. Einige wenige Gedicht hat Heydinger auch selber beigesteuert. Der Eifeler Sagenpfarrer Johann Hubert Schmitz ist reichlich vertreten. Neben der großen Zahl der Mitarbeiter bleibt die dokumentierte Sagenfülle beachtlich: Mehr als 200 Gedichte vereinigt Heydingers Sammlung.