Hermann Löns

Geboren am 29.08. 1866 in Kulm/ Westpreußen, gestorben am 26.09. 1914 bei Reims.
Schriftsteller (Romane, Erzählungen, Tiergeschichten, Gedichte, Essays).
Ältestes von 14 Kindern eines Gymnasialprofessors. Aufgewachsen in Pommern. Abitur in Münster. Journalist, nach Bucherfolgen mit Jadgeschichten und Darstellungen der Lüneburger Heide seit 1909 freier Schriftsteller. Meldete sich als Freiwilliger zu Beginn des 1. Weltkriegs. Starb bei einem Sturmangriff auf Reims. Löns gilt bis heute als der „Dichter der Lüneburger Heide“. Kritisch zieht man heute aber auch Verbindungslinien zur Blut- und Boden-Literatur des Dritten Reiches, nicht zuletzt wegen der Verherrlichung der nordischen Rasse und des Rechts des Stärkeren.


IM HOHEN VENN. Eine Eifeler Jagdschilderung,

in: Eifel-Heimatbuch 1924/25, herausgegeben im Auftrag des Eifelvereins von Michael Zender; Nachdruck in: JochenArlt/ Manfred Lang, Vaters Land und Mutters Erde. Eifel-Lesebuch, Brauweiler 1989, S. 82 bis 85 unter dem Titel „Der Sommer ist da“.
Ein einziges Loblied auf das Hohe Venn ist Löns Schilderung einer Balzjagd. Löns fühlt sich innerlich angesprochen von der Kargheit und unendlichen Weite der flachen, dürren Heidelandschaft, sehr viel mehr als von der Rheinlandschaft oder von den Hochalpen. Mit allen Sinnen schildert er das Venn bei Nacht bis hin zur Morgendämmerung: etwa den federnden Boden, den Geruch von Torf und Moor, das Rauschen von  Wind und Wasser, den Ruf der Moorlerche. Mit der Schilderung der Dämmerlandschaft sind verworben Phantasiebilder zwischen Tag und Traum. Und spannende Jagdszenen: wie sich der balzende Hahn nähert, wie der Jäger lauert und schließlich treffsicher schießt. So krönt das Jagdglück den Naturgenuss im Hohen Venn. Zum Dank widmeten zeitgenössische Eifelfreunde Hermann Löns ein Ehrenmal an einem Heidehang des Kallbachtals zu Lammersdorf („Löns-Felsen“).

Weitere Werke: Mein grünes Buch (1901), Mein braunes Buch (1907), Aus Wald und Heide (1909), Mein blaues Buch (1909), Mümmelmann (1909), Der Wehrwolf (1910), Die Häuser von Ohlenhof (1917).