Hermann Aubel

Biographische Daten nicht ermittelbar.

Die Eifel als Paradies für Stadtmenschen

Genzianen und Karolinen. Ein  Spaziergang durch die Eifelberge.

Frankfurt a.M. o.J. (1895).
Eine Zuflucht vor den „Stadt- und Lebensmühen“ ist dem Frankfurter Hermann Aubel die Eifel. Zuweilen ist sie ihm sogar ein „Paradies“, das vor allzu häufigen Entdeckungen sogar geschützt werden sollte. Bei aller Liebe zur Eifel: eine unkritische Verklärung der Eifellandschaft liefert Aubel nicht. Bei seiner Fußwanderung durch die herbstliche Eifel bewahrt er sich eine erfrischende Respektlosigkeit, mit der er Land und Leute kommentiert, bis hin zu Mängeln in der Gastronomie. Seine witzig geistreichen Wanderplaudereien verschonen auch nicht das preußische Militär, dem er in Gerolstein sporenklirrend begegnet. Und auch nicht die „Forstmonarchen“, nicht den Rübenanbau, nicht den Nixenglauben an den Maaren, nicht die „gehörten Ortsinsassen“ (Kühe) als beständige Wegbegleiter. So verweist er auch die Echtheit der Sandalen Christi in der „Kathedrale Prüms“ ketzerisch-spöttisch in den Bereich des Kirchenlateins. Dem Buchtitel entsprechend gilt Aubels Augenmerk immer wieder auch der Eifelvegetation mit ihrer Formen- und Farbenpracht, nicht zuletzt den Genzianen und Karolinen: „Die Genziana, mit ihren schönen blauen Blüthenkelchen, dürfte den meisten Besuchern eines Berglandes wohl bekannt sein, während die andere, Karolina, mit ihrer schlichten, bronzefarbenen und auch etwas stachlichen Blüthe, der Beobachtung leichter entgangen sein“. Von diesen beiden Blumen habe er sich durch die Eifel führen lassen.  Seine Route führt Aubel von Köln nach Gerolstein, durch Vulkaneifel in die Ahreifel, in die Nordeifel und schließlich ins Hohe Venn. Auf dem Rückweg streift er die Schneifel, Prüm und Schönecken und schließlich wieder Gerolstein. Sein Fazit am Ende seiner Fußwanderung durch die Eifel: „Mit Rücksicht ihrer Erscheinung auf das Auge ist sie nicht eigentlich ‚das Land der Sonne’, und darum auch nicht einmal ‚des Sommers’. Ihre weichen Formen und Farben, in denen das helle Grün des Waldlaubes und der Wiesen vorherrscht, bedürfen zur Kräftigung des Bildes jener Töne und Schatten, wie sie erst eine spätere Jahreszeit einstreut und darüber wirft.“