Heinrich Freimuth

Geboren am 05.11.1836 in Remscheid, gestorben am 18.06.1895 in Köln-Deutz. Kaufmann, Journalist und Schriftsteller.
F. besuchte die Realschule in Elberfeld.  Anschließend Arbeit als Kaufmann. Wurde 1850 Betriebsleiter in Aachen. War von 1883 bis 1893 als Auslandskorrespondent in Rheydt tätig. Seither freier Schriftsteller in Köln. Berühmt wurde sein Gedicht „Sonst wollte niemand Eifeler sein“. In der Vertonung von Friedrich van Hoffs wurde es auf dem „Touristenverbandstage zu Coblenz“ 1894 uraufgeführt.

Eifelland fast noch im Dornröschen-Schlaf -

Eifelstrauß. Poesieen.

Prüm 1890. „Alpenland am Rhein“, „Zaubereinsamkeit“ und „mein grünes Eifelland“ nennt Freimuth schwärmerisch die Eifel. Er singt ein großes Loblied der Eifel, immer mit der Neigung, die „gute alte Zeit“ der neuen vorzuziehen. Skeptisch betrachtet er das Vordringen der Eisenbahn in der Eifel. Sein „Dornröschen Eifelland“ sieht er bald schon von Wanderern und Gästen überlaufen. Er fürchtet ein „prosaisches Erwachen aus holdem Märchenbann“. Märchenhafte und sagenhafte Elemente beherrschen Freimuths Eifelgedichte. Da bevölkern Elfen, Irrlichter, Zwerge und Gespenster die Eifel, nicht selten gefährlich lockend.  Bedichtet werden vor allem die Westeifel und die Vulkaneifel. Die besondere Sympathie des  Autors gehört Manderscheid („du herrlichstes Eifelgeschmeide“), Gerolstein und Kyllburg. Die Eifelschauplätze und Personen sind immer wieder Anlass, poetisch in die Vergangenheit zurückzublenden, zuweilen in dramatischen Balladen. So erinnern die Gedichte an die Vertreibung der Nachtigallen von Himmerod durch den Hl. Bernhard. Oder an Kaiser Lothar als dem schuldbeladenen „Büßer von Prüm“. Sie erzählen von Hexenwahn und Schwarzem Tod, vom Gesundheitsbewusstsein der Römer in der Eifel, von der Überlistung der Schweden im 30 jährigen Krieg, von untergegangener Dorfwelt in den Maaren. Dass heute noch die Spuren vergangenen Geschehens zu sehen seien, betont Freimuth immer wieder. Und reflektiert zuweilen ob so viel Historie und spukhafter Verwünschung über das Verhältnis von Dauer und Wandel, von Zeit und Ewigkeit.

Weitere Werke: Gedichte (1863), Aachens Dichter und Prosaisten. Eine Anthologie, 3 Bände (1882-1883). Ardennen-Wanderungen. Reisebilder (1895).