Emma Trosse

Geboren am 06.01. 1863 in Gransee (Mark Brandenburg), gestorben am 23. Juli 1949 in Bad Neuenahr. Ausbildung zur Lehrerin und Pensionatsleiterin u.a. in Hannover. Leitete seit 1890 in Würzburg eine Privatschule mit Pensionat für „höhere Töchter“.  1893 Umzug nach Bad Neuenahr. Eröffnung eines Mädchenpensionats. Heiratete Ende 1900 den jungen Arzt Constantin Külz, in dessen Sanatorium für Diabetiker sie fortan arbeitete. Aus dem 1. Weltkrieg kehrte ihr Mann schwerkrank nach Hause, er starb 1923. Sie führte das Sanatorium zunächst alleine weiter. 1926 übernahm ihre einzige Tochter Irmgard Quednow mit ihrem Ehemann die Leitung. Als „radikale Sexualreformerin“ legte Emma Trosse früh eine Schrift über weibliche Homosexualität vor. In der Eifel gilt sie heute vor allem als  „die Heimatdichterin des Ahrtals“.

Die Heimatdichterin  des Ahrtals

Was die Ahr rauscht. Gedichte.

Ahrweiler 1899.
In 40 Gedichten begleitet Emma Trosse die Ahr von der Quelle bis zur Mündung. Sie besingt dabei die Dörfer und Städte, die Berge, Burgen und Schlösschen und immer wieder die Liebe und den roten Wein. Hymnischer Preisgesang steht neben schwermütiger Klage. Traumhaft-romantische Erinnerungen nicht zuletzt an ritterliche Minne-Zeiten wechseln mit stimmungsvollen Schilderungen der Gegenwart. Immer wieder werden Sagen erzählt: von den Geistern an der Hohen Acht, von Graf Ulrich von Nürburg, von der alten Eiche am Wege (Liers), von der Gründung der Pützfelder Kapelle und vom Rittersprung bei Altenahr. Immer wieder wird eindringlich die Ahrlandschaft geschildert: im Wechsel der Tages- und Jahreszeiten, mal schwermütig, mal heiter. Ruinen, Wegekreuze und Kapellen erinnern an die Vergänglichkeit des Daseins. Weinberge, Weinkeller und Gasthäuser laden den Wanderer ein, Sorgen, Kummer und Streit zu vergessen und das Dasein lustvoll zu genießen.

Weitere Werke: Der Konträrsexualismus in Bezug auf Ehe und Frauenfrage (1897), Ein Weib? Psychologisch-biographische Studien über eine Konträrsexuelle (1897),  Ist freie Liebe Sittenlosigkeit? (1897).