Eduard Wolff

Mediziner. Promotion 1818.

ECHO AUS DER EIFEL. Legenden nebst Einleitung,

Regensburg 1856.
In die Römerzeit und in die Zeit der mittelalterlichen Ritter führen die vier „Legenden“ der Wolffschen Sammlung. Im Text ist meist die Rede von „romantischen Sagen“. Allen gemeinsam ist: der besondere Stellenwert von Gebet, Wunder und christlichem Gottesglauben. Ein himmlisches Wunder bewirkt, dass die gerade bekehrte junge Römerin Julia der Heirat mit dem Heiden Tellius entgeht – freilich um den Preis ihres Lebens. Das Eingreifen des heiligen Hieronymus und der Gottesmutter Maria stellen sicher, dass die Christin Julia nur dem „Himmelsbräutigam“ gehören wird („Weilerbusch. Eine romantische Sage“). Ein Wunder ist es, dass Nithards Pfeil, von Engeln getragen, während einer Messfeier von Abt Ansbald in der Prümer Kirche landet. Der Pfeil enthält an seiner Spitze ein Dokument, das dem Finder das ganze Erbe des kinderlosen fränkischen Adligen verspricht. Das Kloster Prüm kann so durch göttliche Fügung seinen Besitz erweitern. („Der Pfeil. Eine romantische Sage“).  Ein Wunder ist es auch, dass Engel den in Palästina gefangenen Kreuzritter Curt von Neuerburg im Schlaf in die Heimat tragen. Dort errichtet er als Dank für die wiedererlangte Freiheit das versprochene Kirchlein. („Die Entstehung der Kirche zu Weidingen. Eine Sage“) Das christliche Symbol des Kreuzes, eingeritzt in eine Eiche, signalisiert in der Sage „Das Kreuzlein“ zunächst nur vereinbarte Geldübergaben zur Finanzierung einer Rachefehde. Dann aber, liegend statt aufrechtstehend abgebildet, signalisiert es den Tod des fehdeführenden Ritters Cuno von Steinborn. Er ist der Übermacht der angegriffenen Feinde aus Blankenheim und Jülich erlegen. Noch vor seinem Tod hat er die Burggefährtin seiner Schwester, die vermisste Mathilde, aus ihrem unfreiwilligen Gefängnis auf der Neroburg in Neroth befreit. Ein Wunder, das nur dem intensiven Beten Mathildes zu verdanken ist: daran lässt der Erzähler keinen Zweifel. Während die Kreuzlein-Sage in Prosa gehalten ist, werden die drei anderen Sagen in Gedichtform dargeboten. Die Sagen zeigen immer wieder die Vergänglichkeit von irdischer Macht und irdischem Reichtum, symbolisiert im Verfall ehemals prächtiger Schlösser und Burgen. Ohne frommen Glauben hat nichts Bestand, so lehren sie uns, und umgekehrt: Was fest im Glauben verankert ist, kann getrost mit weltlichen Gütern belohnt werden. Wolff malt die „Legenden“ breit aus und flechtet immer wieder Erzählerreflexionen und – kommentare ein. Etwas über das Wesen von Mädchen, über die Kraft des Gebetes, über die Unzufriedenheit kinderloser Ehepaare trotz äußeren Reichtums oder über die Existenz eines Gottes, der gerade in Not und Elend Schmerz in Freude verwandelt.


Weiteres Werk: Klänge aus der Eifel. Legenden nebst Einleitung (1854).