Charles Bukowski

Geboren am 16.08. 1920 in Andernach, gestorben am 09.04. 1994 in San Pedro/ Kalifornien (USA).
US-amerikanischer Schriftsteller deutsch-polnischer Herkunft (Lyriker, Erzähler). Wuchs seit 1922 in den Slums ostamerikanischer Großstädte auf. Schulbesuch ohne Abschluss, Mitglied jugendlicher Banden, Gefängnis und Nervenheilanstalt.  Seit Mitte der 50er Jahre umfangreichere Schreibversuche. Konzentriert sich in seinem Werk auf die „underdogs“ der amerikanischen Gesellschaft, deren Welt beherrscht ist von körperlicher Arbeit, von Alkohol, Rauschgift und Sex. Er schrieb mehr als 50 Bücher., die in brutaler Sprache Einblicke in vulgäre Subkulturen geben. „Kultfigur des literarischen Undergrounds“ (Wilpert, Lexikon der Weltliteratur). Millionenfache Verbreitung alleine schon in der Bundesrepublik.

DIE OCHSENTOUR

Frankfurt a.M. 1991. (Taschenbuchausgabe der dt. Ausgabe von 1980; dt. Ausgabe der amerikanischen Ausgabe „Shakespeare never did this“ 1979)
Im Rahmen seiner schon legendären „Deutschland-Tournee“ besuchte Bukowski seinen Geburtsort Andernach (Kapitel 18) und seinen 90jährigen Onkel Heinrich.
Dessen blitzeblankes Wohnzimmer zur Kaffeezeit erinnert Bukowski an seine Eltern und an seine Großmutter: „damals hatte es auch immer Kaffee und Kuchen gegeben, dazu blütenweiße Tischdecken und Servietten und das gute Silberbesteck und das gute Geschirr. Ferner verschiedene Sorten Brot und Fleisch und Butter. Es war die Zeit, wenn man sich zusammensetzte und freundlich plauderte; es war eine Pause im Daseinskampf; sie war notwendig und gut.“ Von Onkel Heinrich lässt sich Bukowski sein Geburtshaus zeigen. Heinrich plaudert mit Charles über dessen literarische Werke, die er alle kennt. Und er zeigt ihm, wo sich seine Eltern kurz nach dem Ende des 1. Weltkriegs kennengelernt haben. Der Vater gehörte zu jenen amerikanischen Soldaten, die in jener Zeit Lebensmittel im Überfluss hatten, während so mancher Deutsche hungern musste. Mit abendlichen Lebensmittellieferungen des Sergeanten Bukowski begann die Beziehung zu Charles späterer Mutter.

Weitere Werke: Flower, Fist an Bestial Wail (1960), Notes of a Dirty Old Man (1969, dt. „Aufzeichnungen eines Außenseiters“, 1970), Post Office (1971, dt. „Der Mann mit der Ledertasche“, 1982), Factotum (1975, dt. „Faktotum“, 1983), Ham on Rye (1982, dt. „Das Schlimmste kommt noch oder Fast eine Jugend“, 1983), The last night of the Earth Poems (1992, dt. „Auf dem Stahlroß ins Nirwana“, 1996), Open All Night. New Poems (2000).