Bernhard Lemling

Geboren am 30.12. 1904 in Sülm bei Bitburg, gestorben am 27.01. 1961 in Sülm. Landwirt, Chorleiter, Dirigent von Musikvereinen, Organist, Komponist und Heimatdichter. War das einzige am Leben gebliebene Kind kleinbäuerlicher Eltern. Er besuchte die Volksschule in Sülm von 1911 bis 1919, anschließend die landwirtschaftliche Winterschule in Bitburg und die Kirchenmusikschule in trier (1929 bis 1931). Er war drei Jahre Soldat im 2. Weltkrieg.  L. trat hervor mit zahlreichen Veröffentlichungen in Eifeljahrbüchern und Heimatkalendern des Landkreises Bitburg, zudem in Tages- und Wochenzeitungen. 1974 setzte die Gemeinde Sülm ihrem Heimatdichter ein Denkmal. Auf Initiative der Verbandsgemeindeverwaltung Bitburg-Land wurde am 18. März 1977 der „Verein zur Förderung des Lebenswerkes von Bernhard Lemling“ in Sülm gegründet. Das Ziel: den gesamten literarischen und musikalischen Nachlass zu erfassen, zu katalogisieren und zu publizieren. Innerhalb von zehn Jahren konnte der rührige Verein unter Vorsitz von Bürgermeister a.D. Klaus Scholtes in vier Bänden sein Ziel erreichen.

Die dörfliche Welt des Bitburger Landes

Eifelland – du meine Heimat.

Gedichte und Kurzgeschichten, Eifeler Humor und Eifeler Mundart aus dem vielseitigen literarischen Schaffen des Sülmer Heimatdichters. Trier 1979.

Das Werk Bernhard Lemlings wurzelt ganz in der dörflichen Welt des Bitburger Landes. Es beschreibt den ländlichen Alltag im Kreislauf der Jahreszeiten und des Kirchenjahres. Es ist eine Welt immerwährenden Reifens und Vergehens. Sie schärft den Blick für die Vergänglichkeit des Lebens und die Ewigkeit der jenseitigen Heimat. Wesen und Wirken der Eifeler und die Schönheit der Eifellandschaft sind beständig Antrieb und Thema seines Dichtens. Die Menschen: als fleißig, schlicht und redlich, als zäh, treu, naturverbunden und gläubig beschreibt er sie. Das Heimatdörflein Sülm: Immer wieder preist er es stimmungsvoll in seiner Hanglage und seiner kranzähnlichen Natureinbettung. Ob bei harter Feldarbeit oder bei lustigem Fest: liebevoll zeichnet L. eine kleine Welt von innerer Größe, von innerem Reichtum bei äußerer Kargheit. Gläubige Ergriffenheit angesichts der göttlichen Schöpfung lässt ihn nicht selten zu Weiheworten wie „heilig“, „gesegnet“ oder „geweiht“ greifen. Der schreibende Landwirt aus Sülm preist und beschwört den weiten „Bekov“ (Bitgau) und die waldreiche und gebirgige Gegend um Hamm. Ebenso die stillen Täler und verborgenen Winkel an Prüm und Kyll, die harte Arbeit hinter dem Pflug und die bäuerlichen Tugenden. Er tut dies umso mehr, als er den tiefgreifenden Strukturwandel im ländlichen Raum in den 1950er Jahren schmerzlich als kaum umkehrbar registrieren muss. Genauer: die vordringende Mechanisierung und Industrialisierung und den inneren Verfall der dörflichen Welt. Lemlings Furcht: dass der Mensch selber zur funktionierenden Maschine erniedrigt werden könnte. Lemlings Forderungen: Behutsame Bewahrung von Schöpfung und Menschenwürde sowie Erhaltung einer lebenswerten Heimat.

Weitere Werke: Eifelland, wie bist du schön (1982); Eifelland in frohem Sange (1986); Eifelland im Laienspiel (1987).